Take a Photo: Warum „Make a Photo“ falsch ist
Ein Foto machen heißt im Englischen take a photo – never make a photo. Der Grund: Das Englische verteilt das, was Deutsch mit dem einen Wort „machen“ erledigt, auf zwei Verben. make stellt etwas her (make a plan, make money), take führt eine Handlung aus (take a photo, take a break, take notes). Dieser Leitfaden zieht die Trennlinie, zeigt die Stolperzonen bei take part, take place und take care – und den einen Fall, in dem make a photo wirklich korrekt ist.
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Das Englische kennt für „ein Foto machen“ genau ein Verb: take. Wer hier make sagt, verrät in drei Sekunden, dass Deutsch seine Muttersprache ist – so deutlich ist das. Seltsam nur: Es gibt make im Englischen auch, es ist sogar eines seiner häufigsten Vielseitigkeitsverben, und es heißt tatsächlich „machen“. Die Trennlinie verläuft an einer Stelle, die das Deutsche nicht zieht. Wer sie einmal gesehen hat, versteht die halbe englische Wortbildung – und weiß, warum sie für den Rest nicht mehr reicht.
Wie sagt man „ein Foto machen“ auf Englisch?
Fangen wir mit dem Kern an, so klar, wie ihn das Cambridge Dictionary vorgibt: Fotos macht man im Englischen mit take. Der Eintrag zu take führt die Wendung als take photographs/pictures/shot, als Beispielsatz steht dort: "She took a photo of me while I wasn’t looking." Nicht made, nicht did, nicht shot. Diese Eindeutigkeit ist deshalb spannend, weil das Deutsche dem Lernenden nichts Vergleichbares anbietet: „machen“ ist unser Universalmittel, es passt überall hin, wo eine Handlung erledigt oder ein Ergebnis erzeugt wird.
Das Englische teilt dieses Gelände in zwei Verben, und die Trennlinie ist bemerkenswert konkret. make erzeugt etwas Neues – einen Kuchen, einen Plan, einen Eindruck, ein Gerücht. take vollzieht eine Handlung an etwas Vorhandenem oder nimmt etwas in die Hand – die Hand, den Platz, den Bus, das Foto. Die Kamera klickt, das Motiv war längst da: Du produzierst beim Auslösen kein Objekt, du führst eine kurze Handlung aus. Deshalb gehört das Foto zur take-Gruppe, während „einen Fehler machen“ zur make-Gruppe wandert – denn danach existiert etwas, was vorher nicht existierte. Die folgende Tabelle zeigt, wie die beiden Verben das deutsche „machen“ unter sich aufteilen:
| Deutsch | Englisch | Was passiert sprachlich |
|---|---|---|
| ein Foto machen | take a photo | Handlung wird ausgeführt |
| einen Fehler machen | make a mistake | danach existiert der Fehler |
| einen Plan machen | make a plan | das Ergebnis wird hergestellt |
| einen Anruf machen | make a call | Gespräch wird erzeugt |
| den Anruf annehmen | take the call | Anrufendes wird „genommen“ |
Wann du take nimmst – und warum das kein Zufall ist
Grundbedeutung von take ist, ganz handfest, „greifen und wegnehmen“: etwas oder jemanden von einem Ort an einen anderen bewegen, es in den eigenen Bereich holen. Der Cambridge-Eintrag beginnt genau dort ("to move something or someone from one place to another"). Aus diesem Kern wachsen zwei Familien, die für dich wichtig sind. Die erste ist wörtlich: take the keys, take your bag, take the bus, take a seat. Die zweite ist die Familie der Handlungen: Du nimmst dir eine Auszeit, du nimmst Notizen auf, du nimmst ein Foto auf, du nimmst dir Zeit. In allen diesen Fällen steht ein Substantiv für eine Tätigkeit, und take ist das Verb, das diese Tätigkeit schlicht vollzieht – ohne dass ein Produkt im Regal landet.
Bemerkenswert am Rande: take kann auch „eine Wirkung auf jemanden haben“ – How do they take it? – und „ansehen“ – Let’s take this one step at a time. Aber die Handlungsfamilie ist der Grundstock. Wenn dein deutscher Satz „machen“ enthält und dein Objekt eine Tätigkeit ist (Pause, Notiz, Dusche, Foto), darfst du zuerst an take denken. Das ist keine Garantie – aber ein deutlich besserer Start als make.
Wann make bleibt – und wann „make a photo“ doch einmal stimmt
make ist das Produktionsverb: Am Ende der Handlung existiert etwas, das es am Anfang nicht gab. Geld, ein Fehler, Fortschritt, Lärm, ein Versprechen – alles Zustände oder Dinge, die durch dich neu entstehen. Deshalb funktioniert der Satz "I made the same mistake twice" und "She’s making great progress", während „eine Pause machen“ bei genauerem Hinsehen nichts produziert: die Pause vergeht, sie wird nicht hergestellt. Hier die wichtigsten make-Verbindungen, wieder als Brocken:
Und jetzt die Ausnahme, nach der du dich gesehnt hast: Wann ist make beim Foto tatsächlich richtig? Immer dann, wenn das Foto als Materie entsteht. Wer im dunkeln Labor Abzüge herstellt, sagt make prints; wer eine Kopie braucht, sagt Can you make me a copy of this photo?; wer ein Fotoalbum klebt, I made a photo album for my mother. Sogar das gefälschte Beweisfoto ist eine make-Leistung: The forger made photos of the signature. Aber beachte die Verschiebung: In diesen Sätzen produziert jemand ein physisches Objekt aus Material – niemand steht mehr nur mit einer Kamera herum. Sobald der Akt des Auslösens gemeint ist, gilt wieder ausnahmslos take. Und wer formelles britisches Englisch liest, stolpert über take a decision – das Cambridge Dictionary vermerkt es als britische Variante von make a decision; im Zweifel bleib bei make, das funktioniert in allen Varietäten.
Quiz: take oder make?
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take part, take place, take care: Warum macht Deutsch hier alles kaputt?
Zähl mit: In „eine Pause machen“, „Notizen machen“, „duschen“ (eigentlich: eine Dusche nehmen!), „sich kümmern“ (eine Fürsorge übernehmen?) und „ein Foto machen“ steckt aus deutscher Sicht lauter „machen“ – und das Englische antwortet jedes Mal mit take. In „Geld machen“, „einen Fehler machen“, „Fortschritte machen“ steckt ebenfalls „machen“, und hier antwortet make. Wer die beiden Gruppen nebeneinanderlegt, sieht sofort, warum keine Übersetzungsregel hilft: Das deutsche Wort ist einfach zu breit. Am ehrlichsten ist die folgende Tabelle, denn sie zeigt auch die beiden Fälle, in denen überhaupt kein deutsches „machen“ im Spiel ist – take part und take place:
| Deutsch | Englisch | Anmerkung |
|---|---|---|
| teilnehmen (an) | take part (in) | kein make, kein machen – reiner Brocken |
| stattfinden | take place | „einen Ort einnehmen“ – historisch, nicht logisch |
| eine Pause machen | take a break | nichts wird hergestellt |
| Notizen machen | take notes | Notizen werden „aufgenommen“ |
| sich kümmern um / aufpassen | take care (of) | Fürsorge wird übernommen |
| duschen | take a shower | dasselbe Muster wie take a bath |
| eine Entscheidung treffen | make a decision | Ergebnis entsteht (BrE auch take a decision) |
| Geld verdienen | make money | Geld entsteht durch die Tätigkeit |
| einen Fehler machen | make a mistake | der Fehler existiert hinterher |
| Fortschritte machen | make progress | etwas baut sich auf |
Zwei Beobachtungen lohnen sich. Erstens: take part in verlangt das in – Deutsch sagt „an“, und daraus entsteht die zweite Fehlerquelle nach take/make selbst: take part on. Zweitens: Die make-Zeilen sind alle mit der Produktlogik von Abschnitt 3 mitgedacht; die take-Zeilen nur halb. take place findet statt, ohne dass irgendjemand etwas nimmt – das ist Erstarrung in einer Wendung, nicht mehr. Genau deshalb gehört dieser Block ins Gedächtnis, Wort für Wort.
Warum hilft keine Eselsbrücke – und was stattdessen funktioniert?
Jede Eselsbrücke zu take und make scheitert an denselben drei Opfern: take place, take part, take care. „Stattfinden“ nimmt nichts, „teilnehmen“ produziert nichts, „aufpassen“ ist weder das eine noch das andere. Linguisten nennen das Kollokationen: regelmäßige Wortverbindungen, die die Sprachgemeinschaft so gesetzt hat, nicht die Logik. Mit dem britischen „do/die/make“-Unterscheidungsfall im Beitrag zu make vs. do ist es dasselbe Problem in einer anderen Verkleidung: Ein Prinzip erklärt achtzig Prozent, die restlichen zwanzig Prozent sind Geschichte, Zufall und Gebrauch.
Die gute Nachricht: Wer Kollokationen nicht als Einzelwort lernt, sondern als Brocken, braucht für die zwanzig Prozent keine Regel – nur Wiederholung. Konkret heißt das: Lerne nie take und je photo und je break, sondern immer die Einheit take a photo, take a break, take your time. Sprachwissenschaftlich ist das der Unterschied zwischen Wortliste und Chunking – dein Gehirn muss beim Sprechen nicht ableiten, es ruft ab. Der schnellste Weg zur Sicherheit führt über Kontrastpaare, denn Paare bleiben besser haften als Listen:
Halte fünf solcher Paare pro Woche schriftlich fest, jeweils in einem ganzen Satz – nicht als Vokabel, sondern als Miniaturszene. Nach zwei Monaten sind take und make so verankert, dass du beim Sprechen nicht mehr rechnest. Wenn du unsicher bist, ob deine Sätze wirklich sitzen, zeigt dir der kostenlose Grammatik-Prüfer am Ende dieses Artikels jede Verwechslung im laufenden Text.
Drill: Zehn Verbindungen – und die Fehler, die sie verhindern
Decke die Antworten ab, übersetze laut, vergleiche. Die Reihenfolge ist absichtlich gemischt – entscheidend ist, dass du nicht mehr über die Regel nachdenkst, sondern den Brocken abrufst.
1. Mach ein Foto von dem Sonnenuntergang.
Antwort: Take a photo of the sunset.
2. Das Konzert findet am Samstag statt.
Antwort: The concert takes place on Saturday.
3. Ich habe einen dummen Fehler gemacht.
Antwort: I made a stupid mistake.
4. Kannst du dich während meines Urlaubs um die Kunden kümmern?
Antwort: Can you take care of the customers during my holiday?
5. Alle dürfen an dem Wettbewerb teilnehmen.
Antwort: Everyone can take part in the competition.
6. Wir müssen heute noch eine Entscheidung treffen.
Antwort: We need to make a decision today.
7. Lass dir Zeit, ich warte.
Antwort: Take your time, I’ll wait.
8. Der Arzt hat ihr verschrieben, mehr Pausen zu machen.
Antwort: The doctor told her to take more breaks.
9. Ich mache gleich einen Anruf und rufe zurück.
Antwort: I’ll make a call and call you right back.
10. Mach dir keine Sorgen, ich übernehme das.
Antwort: Don’t worry – I’ll take care of it.
Und die Fehlerlandkarte zum Schluss, in Kurzform:
Praxis-Tipp: Brocken statt Einzelwörter
Nimm dir nach dem Lesen genau zehn Karten oder Notizzeilen her – und schreibe darauf niemals take oder make allein. Immer ganze Einheiten: take a photo of my sister, make a decision by Friday, take part in the workshop. Ergänze zu jedem Brocken ein echtes Detail aus deinem Leben, denn sinnvolle Sätze bleiben deutlich länger im Kopf als Musterbeispiele. Wiederhole die Karten an drei Tagen, dann eine Woche später, dann nach einem Monat.
Wer take/make sicher sitzen hat, sollte direkt den Bruder-Kampf klären: make gegen do. Der Guide zu make vs. do erklärt die Linie zwischen „herstellen“ und „Verrichtung“, und die dazugehörigen Übungen mit Erklärungen liefern 25 Aufgaben mit Antwort. Und falls du dich fragst, wie viele solcher Wortpaare das Englische noch bereithält: Die Sammlung typischer Germanismen zeigt dir, wie oft Deutsch und Englisch dieselbe Situation mit völlig anderen Werkzeugen lösen.
Fürs Üben im laufenden Text: Schreibe drei Sätze mit je einem deiner neuen Brocken und wirf sie in den kostenlosen Grammatik-Prüfer. Er markiert take/make-Verwechslungen, wenn ein Kontext sie eindeutig macht – und erklärt sie auf Deutsch.
| Deutsch | Englisch | Muster |
|---|---|---|
| ein Foto machen | take a photo | Handlung |
| eine Pause machen | take a break | Handlung |
| Notizen machen | take notes | Handlung |
| teilnehmen (an) | take part in | Brocken |
| stattfinden | take place | Brocken |
| sich kümmern um | take care of | Brocken |
| einen Fehler machen | make a mistake | Produkt |
| Geld verdienen | make money | Produkt |
| eine Entscheidung treffen | make a decision | Produkt |
| Fortschritte machen | make progress | Produkt |
| einen Abzug herstellen | make a print | echte Herstellung |
Foto, Pause, Notiz, Dusche: take. Fehler, Geld, Plan, Fortschritt: make. teilnehmen, stattfinden, kümmern: auswendig – hier hört jede Logik auf, und das ist keine Schwäche deinerseits, sondern die Natur von Kollokationen.
Häufige Fragen
Ist „make a photo“ nur umgangssprachlich oder wirklich falsch?
Wirklich falsch – und zwar in jedem Standard-Englisch. Das Cambridge Dictionary führt die Redewendung als take photographs/pictures/shot, Beispielsatz dort: 'She took a photo of me while I wasn't looking.' Ein Muttersprachler kann make a photo nur so verstehen, dass du das Foto als physikalisches Objekt herstellst: abziehen, ausdrucken, fälschen. Im normalen Gespräch über Auslösen und Knipsen gibt es diese Lesart nicht, deshalb klingt der Satz für Briten wie für Amerikaner sofort fremd.
Warum heißt „ein Foto machen“ ausgerechnet take?
Weil Englisch bei Handlungen mit einem Substantiv oft take setzt, wo Deutsch machen sagt: take a photo, take a break, take a shower, take notes. Der historische Kern von take ist ‚nehmen, zu sich nehmen, eine Handlung vornehmen' – das Foto ‚nimmst' du gewissermaßen auf, es entsteht kein neues Ding. make dagegen bleibt Verb, wenn etwas produziert wird: make a cake, make money, make a mistake. Die Linie ist plausibel, aber nicht lückenlos – deshalb lernt man die Verbindungen als Ganzes.
Heißt „eine Entscheidung treffen“ make a decision oder take a decision?
Beides ist Englisch, mit geografischem Unterschied: make a decision ist der Standard in allen Varietäten, take a decision gilt als britisch und eher formell – das Cambridge Dictionary vermerkt es entsprechend. In E-Mails und Gesprächen machst du nichts falsch mit 'We need to make a decision quickly.' Deutsche wählen übrigens instinktiv take, weil im Deutschen neben ‚treffen' auch ‚eine Entscheidung machen' möglich ist – diese Brücke solltest du kappen.
Was ist der Unterschied zwischen make a call und take a call?
Zwei verschiedene Handlungen in zwei verschiedene Richtungen: make a call heißt selbst anrufen, take a call heißt einen eingehenden Anruf entgegennehmen. 'Can you take the call? I'm in a meeting' ist eine Bitte ans Telefon zu gehen; 'I need to make a call' bedeutet, dass du wählst. Wer hier make und take vertauscht, dreht die Richtung des Gesprächs um – ein schönes Beispiel dafür, dass take/make mehr ist als eine Vokabelfrage.
Gibt es einen Trick, ob take oder make richtig ist?
Einen Rest-Trick, keine Regel. Frage im Kopf: Entsteht durch die Handlung ein neues Ding oder Ergebnis? Dann meist make: make a mistake, make progress, make money. Ist es eine ausgeführte Handlung mit Zeit, Objekt oder Wirkung auf jemanden? Dann meist take: take a photo, take a break, take care of it. Aber take place und take part in lassen sich über keine der beiden Fragen herleiten – solche Ausnahmen sind der Beweis, dass du Kollokationen als Brocken lernen musst, nicht als Logiksystem.
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